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Krimi-(Vor-)Auslese 05/2020
American Dirt Sabberlott - da wollte ich gerade das Horn an die gespannten Lippen führen und mit einer feierlichen Fanfare einen neuen James Ellroy-Roman annoncieren, da sehe ich, dass der Erscheinungstermin flugs auf September verschoben wurde. Corona ist blöd! Ersatz verspricht - zumindest dem Titel nach - ein Roman einer mir noch unbekannten Autorin: American Dirt, so der attraktive Titel des Buches, geschrieben von der jungen amerikanischen Autorin Jeanine Cummins (Rowohlt, dt. von Katharina Naumann). "Eine Mutter und ihr Kind auf einer atemlosen Flucht durch ein Land, das von Gewalt und Korruption regiert wird", heisst es da. ...
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Thomas Wörtches Leichenberg 04/2020
Der Schutzengel Die Kultur macht Pause - aber nicht bei uns! Ein neuer Leichenberg ist auf Sendung - und der Tisch ist reichlich gedeckt: In der Textverarbeitung waren es mehr als vierzehn Druckseiten. Das Spektrum reicht von Jérôme Leroy, über Frank Göhre und Joseph Incardona bis zu Carlo Lucarelli und dem Autorenkollektiv Wu Ming. Besprochen werden neben Kriminalliterarischem auch ein paar Texte, die über den Tellerrand weisen - Polit-historisches z.B. von Patrick Leigh Fermor und von Matthias Uhl et al, Film-historisches von Hannes Brühwiler oder auch ein eigenwiller Comic von Martin Panchaud. Na, das ist doch was!
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Vorschau
Vollzug können wir melden - mit dem Programm der Verlagsgruppe Randomhouse ist das Programm bis zum Oktober 2020 komplett. Jetzt ausgewertet sind die Neuerscheinungen der Verlage Blanvalet, btb, Diana, Goldmann, Heyne, Limes und Penguin. Auffallend - im Vergleich zu früheren Jahren hat sich die Anzahl der Krimis, die in den genannten Verlagen veröffentlicht werden, etwa halbiert...

 

R.i.P. Walter Satterthwait
Mord im 31. Stock Sad news from Florida - der amerikanische Schriftsteller Walter Satterthwait ist einer schweren Krankheit erlegen. Satterthwait hat nicht im grellen Rampenlicht gestanden, aber seine Romane haben uns begleitet, seit wir uns selbst mit Kriminalliteratur beschäftigen - jedes neue Buch von ihm sahen wir mit Vorfreude entgegen. Ein Nachruf auf Walter Satterthwait ist uns daher eine Herzensangelegenheit.

 

Krimi-(Vor-)Auslese 04/2020
Bei den vielen Joggern, die man dieser Tage sieht, kommen wir arschfit aus der Corona-Krise! Ich selbst hab's nicht so mit körperlicher Ertüchtigung und bin mehr mit meinem Styling beschäftigt: Ich trage jetzt auch Maske und muss sagen - ich sehe wirklich gut damit aus! Ein bisschen Hannibal Lecter, ein bisschen Fetish-Porn. Jedenfalls deutlich kleidsamer, als diese quietschengen Lauftights, in denen sich vor allem ältliche Männer in der Öffentlichkeit zeigen.
      Wenn Sie in diesen seltsamen Tagen nicht nur fürs Laufen, sondern auch fürs Lesen etwas Zeit erübrigen können, lesen Sie bitte nicht draußen! Das ist bußgeldbewehrt und bringt Ärger mit der Polizei! Sport unter freiem Himmel ist erlaubt, Lesen unter freiem Himmel verboten - das klingt nach einem perfiden Einfall aus einem dystopischen Roman von Juli Zeh...
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Vorschau
Der nächste Schwung der kommenden Neuerscheinungen sind bearbeitet - neu in der Rubrik Vorschau finden Sie die bis Oktober 2020 erscheinenden Krimis aus den Häusern Argument, Atrium, Droemer, dtv, Fischer, Kiepenheuer & Witsch, Knaur und Piper).

 

Thomas Wörtches Leichenberg 03/2020
Aufzeichnungen eines Serienmörders Eigentlich hatte Byongsu Kim ein schönes Leben, im Hauptberuf war er Tierarzt und nebenbei ein sehr erfolgreicher Serienmörder. Nach einem Autounfall hatte er das serienmorden aufgegeben, aber wann genau das war, das weiß er nicht mehr so recht. Denn jetzt hat er Alzheimer und seine Demenz zeitigt ärgerliche Folgen. Nur eines scheint er noch sicher zu wissen: Er muss den Killerkollegen Jutae Park töten, bevor der Kims Tochter Unhi umbringen kann. Aber ist das wirklich so? Aufzeichnungen eines Serienmörders nennt Young-Ha Kim (Cass, Ü. von Inwon Park) sein schmales Büchlein (152 Seiten), eine tiefschwarzhumorige Tragikomödie. Auf gar keinen Fall eine makabre Serialkillerklamotte, sondern ein komprimiert vielschichtiger Text über Essentials der menschlichen Existenz...
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Krimi-(Vor-)Auslese 03/2020
Hundechristus Na so was - mit Hundechristus kommt ein neuer, nunmehr fünfter Band der Commissario-de-Luca-Reihe des Italieners Carlo Lucarelli (Folio Verlag, Deutsch von Karin Fleischanderl). Lucarellis Romane spielen in der Endzeit des italienischen Faschismus und erzählen von einem moralisch lädierten Commissario, der als junger Polizist einen kometenhaften Aufstieg erlebte und einen faustischen Pakt mit dem System einging. In den ersten Bänden, im Original 1990 f. erschienen, also deutlich vor der seicht-warmen Commissario-Dauer-Welle, folgt der Leser de Luca, der mit gefälschter Identität vor der Resistenza und den vorrückenden alliierten Befreiern flieht. Der neue Roman "Hundechristus" springt zwei Jahre zurück ins Jahr 1943: Bei einer Razzia gegen Schwarzhändler in Bologna stößt de Luca auf eine kopflose Leiche, aber es scheint sich keiner für den Todesfall zu interessieren... [weiter]

 

Flaschenpost aus der analogen Welt - Per Wahlöö: Mord im 31. Stock
Mord im 31. Stock "Der Briefumschlag war weiß und von gewöhnlichster Art. Er war mit drei Marken frankiert, und in der unteren linken Ecke befand sich ein roter Eilboten-Aufkleber. Im Umschlag steckte ein zweifach gefalteter Papierbogen. Sowohl die Adresse als auch der Inhalt bestanden aus zusammengefügten, aufgeklebten Buchstaben, die offensichtlich aus einer Zeitung ausgeschnitten worden waren. Das Papier war anscheinend von sehr guter Qualität und von einem ungewöhnlichen Format. Jensen hielt es zwischen den Fingerspitzen und las: als vergeltung für den von ihnen verübten mord wurde eine starke sprengladung im gebäude angebracht sie hat einen zeitzünder und wird am 23. märz um punkt 14 uhr detonieren mögen die unschuldigen sich retten"
[Buchrücken, Rowohlt, 1977]

 

Krimi-(Vor-)Auslese 02/2020
American Hero Das ist 'n Ding - Larry Beinhart ist wieder da! Der Frankfurter Westend Verlag wagt sich an eine Neuausgabe des Klassikers American Hero von 1993, der unter dem Titel »Wag the Dog« in Starbesetzung verfilmt wurde. Es ist die Zeit der Präsidentschaft von George H. W. Bush (das war der Ältere), der - im Roman / Film -, angeschlagen von einem Sex-Skandal, um seine Wiederwahl fürchten muss. Hilfe verspricht ein Notfallplan, den sein genialer Berater Lee Atwater auf dem Sterbebett entwickelt hat: Das Drehbuch zu einem kleinen, sauber designtem Krieg mit glasklaren Fronten zwischen Gut und Böse, der in Hollywood inszeniert wird... [weiter]

 

R.I.P. Jerry Oster
New York Babylon Wie wir von Pieke Biermann erfahren haben, ist am 26. Januar der amerikanischen Krimi-Schrifsteller Jerry Oster in New York City gestorben - jener Stadt, die er in all seinen Romanen porträtiert hat, oder, besser vielleicht: deren Sound er mit literarischen Mitteln zum Klingen gebracht hat. Oster war alles andere als ein glatter und gebügelter Autor und hatte zunehmend Schwierigkeiten, einen Verlag für seine Texte zu finden - erst in den USA, dann auch in Deutschland. Seine letzten Arbeiten hatte er zum freien Download auf seiner Homepage angeboten.
      In Erinnerung an Jerry Oster möchten wir Sie auf das Gespräch Nach bestem Wissen und Gewissen schreiben, was in der Imagination passiert hinweisen, das Thomas Wörtche 1994 mit dem Autor geführt hat, und auf zwei Artikel über Jerry Oster aus dem Jahre 1996, ebenfalls von Thomas Wörtche: Zwischen medialem Getöse und politischem Ränkespiel und Das Spiel um Sein und Schein. Verweisen möchten wir ferner auf einen Nachruf, den Robert Brack verfasst hat - der Text ist im Culturmag unter dem Titel Harte Arbeit, keine Idylle [externer Link] erschienen.

 

Vorschau
Der nächste Schwung der kommenden Neuerscheinungen sind bearbeitet - neu in der Rubrik Vorschau finden Sie die im Frühjahr und Sommer 2020 erscheinenden Krimis aus den Häusern Aufbau, Diogenes, Kampa (die haben nicht nur Georges Simenon, sondern jetzt etwa auch Michael Connelly im Programm), Lübbe (mit Eichborn, aber ohne Bastei Lübbe, die augenscheinlich als eigenständiges, auf dem Cover sichtbares Label verschwunden sind), Rowohlt (mit Kindler und Wunderlich) und Ullstein (mit List).

 

Preisträger
Destination Dallas Im Herbst und Winter werden immer diverse Literatur-Preise vergeben, so auch zum Jahreswechsel 2019/20. Die fürs Krimi-Genre relevanten Auszeichnungen und Kategorien finden Sie - frisch auf den neuesten Stand gebracht - in der Rubrik Preisträger. Den gaaaanz großen Überflieger, der gleich reihenweise Preise abräumt, gab es in dieser Saison nicht. Immerhin dreimal ausgezeichnet - mit dem Anthony-, dem Barry- und dem Macavity Award - wurde Lou Berneys Roman »November Road« (Verlag William Morrow), der auf Deutsch unter dem Titel Destination Dallas bei HarperCollins erschienen ist.

 

Thomas Wörtches Leichenberg 01/2020
Hurra! Es gibt einen neuen "Leichenberg"! Die Ausgabe 01/2020 ist jetzt online - mit gleich zwölf Besprechungen der fetteste Leichenberg ever. Das Feld ist dabei weit bestellt - das Spektrum reicht von Carlos Sampayo und José Muñoz über Steven Price und Christian von Ditfurth bis Wolfram Knauer. Besprochen werden neben kriminalliterarischen Texten auch Graphic Novels, Sachbücher und Autiobiographisches aus der Hand eines bekannten englischen Schauspielers.

 

Krimi-(Vor-)Auslese 12/2019
Der Ermittler Neues von Lee Child zu vermelden ist nach knapp zwei Dutzend Romanen um den ehemaligen Militärpolizisten Jack Reacher, die seit 1997 im regelmäßigen Jahres-Rhythmus erscheinen, nicht wirklich sensationell. Childs enigmatischer Held, mehr "Problemlöser" als klassischer Ermittler, agiert meist in den dünn besiedelten Gebieten der USA, in den ländlichen Käffern, in denen die Army ihre weitläufigen Stützpunkte unterhält. Bemerkenswert am neuen Roman Der Ermittler (Blanvalet, aus dem Englischen von Wulf Bergner) sind der Schauplatz und die Zeit der Handlung - der Roman spielt weitenteils in der deutschen Stadt Hamburg im Jahre 1996, also zu der Zeit, als Reacher noch aktiv im Militärdienst war. »Der Ermittler« erzählt von islamistischen Terroristen (wir sind noch weit vor Nine-Eleven, aber in Hamburg!), amerikanischen Verrätern und Deutschen Alt- und Neu-Nazis - eine Melange, auf der man schnell ins Rutschen geraten kann. So hat das Buch auch überall da, wo Leser ihre Kommentare hinterlassen, soviel Prügel einstecken müssen, dass es schon wieder zur Lektüre reizt.

 

Vorschau:
Wir springen rein ins nächste Halbjahr und starten durch mit dem Programm für das Frühjahr 2020 - also die Krimi-Produktion für die Monate März bis etwa September 2020. Durchgearbeitet haben wir zunächst etwas kleinere Verlagsprogramme - online sind jetzt die Neuerscheinungen der Verlage ars vivendi, Atlantik, DuMont, Europa, Folio, Grafit, Hoffmann und Campe, Insel, Liebeskind, Polar, Suhrkamp und Tropen. Puh, das ist ganz schön viel!

 

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Jan Christian Schmidt
Solmsstr. 38 b, 10961 Berlin

 

© Jan Christian Schmidt und die jeweils genannten Autoren, 1996 - 2020

 

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